PDC – Eine echte Innovation
Die PDC-Verbindungen sind so zusammengesetzt, dass sie eine effiziente Verteilung im Körper ermöglichen und ein breites therapeutisches Fenster (d. h. eine große Spanne zwischen wirksamen Dosen und Dosen, die inakzeptable Nebenwirkungen verursachen) und ein optimiertes Nutzen-Risiko-Profil ermöglichen. Die PDCs sind um zwei Komponenten herum aufgebaut: einen Peptidträger und eine zytotoxische Nutzlast. Die PDCs sind lipophil, was eine schnelle Diffusion in die Zellen ermöglicht. Der Peptidträger nutzt den veränderten Stoffwechsel von Krebszellen, um PDC zu aktiven hydrophilen Metaboliten zu hydrolysieren, die zu einer Anreicherung in Krebszellen führen.

Melflufen – Das erste PDC mit einer alkylierenden Nutzlast
Melflufen ist das erste PDC mit einer alkylierenden Nutzlast. Das Medikament nutzt Peptidasen und Esterasen, die in Zellen des multiplen Myeloms überexprimiert werden, um eine toxische Ladung in den Zellen freizusetzen, die zu DNA-Schäden und zur Abtötung von Krebszellen führt. Melflufen hat eine Wirkung auf Krebszellen gezeigt, die den wichtigen Tumorsuppressor TP53 verloren haben. Es wurde im Rahmen eines umfassenden präklinischen und klinischen Programms für rezidiviertes refraktäres multiples Myelom entwickelt, das im Februar 2021 zu einer beschleunigten Zulassung durch die FDA in den USA und im August 2022 zur vollständigen Marktzulassung durch die EMA und im November 2022 durch die MHRA in Großbritannien führte (siehe den regulatorischen Status von Melflufen hier).
OPD5 – Nachsorge PDC
OPD5 ist eine neue chemische Substanz, die von Melflufen adaptiert wurde. Es war ursprünglich auf die Hochdosisbehandlung der Myeloablation vor einer Stammzelltransplantation ausgerichtet, kann aber auch für die konventionelle Dosierung bei multiplem Myelom oder anderen hämatologischen oder soliden Tumoren formuliert werden. OPD5 ist eine Phase-1-fähige Anlage. Die erste Phase-1/2-Studie wurde von den Zulassungsbehörden und Ethikkommissionen genehmigt, aber vor Einschluss des ersten Patienten abgebrochen.
OPDC3 – PDC der nächsten Generation
OPDC3 baut auf den klinischen Erfahrungen mit Melflufen auf. Wie Melflufen erzeugt OPDC3 eine Anreicherung von alkylierenden Nutzlasten in Krebszellen. Darüber hinaus soll verhindert werden, dass die zytotoxische Ladung aus den Krebszellen transportiert wird, ein häufiger Mechanismus der Resistenz von Krebszellen gegen zytotoxische Wirkstoffe. Diese einzigartigen Eigenschaften können zu einer noch wirksameren und besser verträglichen Therapieoption führen. Dies rechtfertigt eine weitere Evaluierung in klinischen Studien an hämatologischen oder soliden Tumoren. OPDC3 befindet sich derzeit in der späten präklinischen Entwicklung.