Multiples Myelom

Das Multiple Myelom (MM) ist eine Krankheit, bei der sich Plasmazellen1,3 unkontrolliert vermehren und verschiedene Organe wie Knochen, Knochenmark und Nieren schädigen.

Rezidivierte und refraktäre MM umfasst Patienten, die nicht ausreichend auf die Behandlung ansprechen, während der Behandlung fortschreiten oder innerhalb von 60 Tagen nach Abschluss eines Rückfalls auftreten.

Nach Angaben der Spanischen Gesellschaft für Hämatologie und Hämotherapie (SEHH) tritt das Multiple Myelom (MM) als Folge einer klonalen neoplastischen Proliferation von Plasmazellen (PC) auf, dem letzten Reifungsstadium der B-lymphoiden Serie, die monoklonale Immunglobuline (Ig) sezernieren, die im Blut und/oder Urin nachgewiesen werden können. MM besteht aus einer bösartigen Proliferation von PC, die zu Organschäden führt, einschließlich lytischer Läsionen der Knochen, Anämie, Nierenversagen und Hyperkalzämie (Symptome von CRAB)3.

Die International Myeloma Working Group (IMWG) der International Myeloma Foundation definiert einen Patienten mit rezidiviertem und refraktärem MM (MMRR) als einen Patienten, der nach zumindest geringem Ansprechen auf eine Behandlung während derselben Behandlung oder innerhalb von 60 Tagen nach Beendigung der Behandlung fortschreitet (Abbildung 1)3,7.

Das Multiple Myelom ist eine Plasmazell-Neoplasie, bei der die Bildung von funktionellen Antikörpern gestört ist1,3

Multiples Myelom: krankhafte Vermehrung dysfunktionaler Plasmazellen und Bildung abnormer Antikörper

 

Multiples Myelom in Zahlen5,6

Weltweit zweithäufigste hämatologische Neoplasie

 

 

 

 

 

 

Inzidenz

Im Jahr 2020 wurden weltweit ca. 176.400 Neuerkrankungen dokumentiert.

Ca. 1,8% alle neuen Krebsfälle.

Ca. 17% aller malignen hämatologischen Erkrankungen.

 

In den letzten 15 Jahren hat die Inzidenz stetig zugenommen.

Durchschnittsalter bei Diagnose: 69 Jahre.
Männer sint häufiger betroffen als Frauen.

Mortalität

Weltweit verstarben im Jahr 2020 ca. 117.000 Menschen an einem Multiplen Myelom.

 

Menschen mit aftroamerikanischer Abstammung sind besonders häufig betroffen.
Obwohl die Ursache der Krankheit unbekannt ist, sind Geschlecht und Alter die wichtigsten Risikofaktoren4.

CRAB Kriterien7

CRAB, für das Akronym auf Englisch: Calcium, Renal, Anemia, Bone

Erhöhter Serum- Kalzium-Spiegel (Hyperkalzämie)

Funktionsstörung der Nieren (Niereninsuffizienz)

Veringerte Anzahl roter Blutkörperchen (Anämie)

Skelett- Komplikationen (Knochenläsionen, Osteolysen)

Krankenheitsverlauf8,9,10,11

 

Das Multiple Myelom ist durch ein wiederkehrendes Munster von Remissionen und Rezidiven wärend des Therapeiverlauf charakterisiert

Figur 2. Rezidiv und Remission bei MM

MGUS = Monoklonale Gammopathie Unklarer Signifikanz; MM = Multiple Myelom

Die Dauer des Ansprechens auf eine vorangegangene Behandlung ist ein relevanter prognostischer Faktor bei rezidiviertem und refraktärem MM (MMRR):

  • Wenn MM fortschreitet und/oder rezidiviert, erwirbt es zusätzliche genetische Veränderungen, die zu kürzeren Remissionen, häufigeren Schüben und Formen der Krankheit führen, die allmählich resistenter gegen verfügbare Behandlungen sind, daher besteht ein Bedarf an neuen Behandlungen, da die verfügbaren therapeutischen Optionen mit fortschreitender Krankheit erschöpft sind.
  • Die Unterdrückung der Resterkrankung und die Bereitstellung immunmodulatorischer Unterstützung sind Schlüsselelemente zur Verbesserung der Langzeitergebnisse bei Patienten mit MMRR.

Rezidiviertes und refraktäres Multiples Myelom12,13,14

  • Rezidiv MM: Erkrankung kehrt nach einer erfolgreichen Behandlung zurück
  • Refraktärität MM: Erkrankung spricht auf die aktuelle Therpie nicht (mehr) an

  • Mehr alszwei Drittel der Patienten gelten bereits ab der 4. Therapielinie als triple-class refraktär
  • Patienten in späteren Therapielinien weisen z.T. noch ausgeprägtere Rekfaktäritäten auf (z.B. Penta-Refraktärität)

Literatur

  1. Barlogie B, et al. in: Williams Hematology; 2006.
  2. Moreau, P.; de Wit, E.: Br. J. Haematol. 2017, 179, 98–218.
  3. Rajkumar SV, Kumar S: Mayo Clinic Proc. 2016, 91:101-19. 10.1016/j.mayocp.2015.
  4. Wildes TM, Rosko A, Tuchman SA: J Clin Oncol. 2014, 32:2531-40.
  5. Global Cancer Oberservatory: Cancer Today. Lyon, France: International Agency for Research on Cancer. Available online: https://gco.iarc.fr/today (Abfrage Feb 2023)
  6. Siegel RL et al. (2022) Cancer Statistics. CA Cancer J Clin 72:7
  7. Rajkumar SV, et al. Lancet Oncol 2014; 15: e538–48
  8. Kuehl WM, et al. Nat Rev Cancer. 2002;2:175-187.
  9. Vacca A, et al. Leukemia. 2006;20:193-199.
  10. Siegel DS, et al. Community Oncol. 2009;6:12:22-29.
  11. Durie BG, et al. Hematol J. 2003;4:379-398
  12. Anderson, et al.: Leukemia 2007, 22, 231–239.
  13. Kumar, S.K et al.: Leukemia 2017, 31, 2443–2448.
  14. Usmani, S. et al.: Oncologist 2016, 21, 1355–1361.